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contact und cv
Ursula Schroer
mail: urs.schroer@web.de


Ausstellungen und Beteiligungen (Auswahl):
2015 auswärts, Künstlerbund Speyer
2014 "Zeitgleich 2014" Zeitzeichen, Installation, BBK Karlsruhe 
Miniatur in der bild. Kunst: Dem gedruckten Buche, Rathausgalerie, Fürstenwalde Spree
Ausstellung in der Oper Halle, Kunstverein Halle
zeitraumexit, Mannheim
2013 Landeskünstlermesse BW, Stuttgart
2013      "Die kleinen Schwarzen", Schaufenster Waldstraße, Karlsruhe 
2012 Jubiläumsausstellung im Landgericht Karlsruhe
2011 Galerie KraichtalÖwisheim
2010 "Zeichen und Wunder", Künstlerhausgalerie  
2009 "Fläche und Raum", Orgelfabrik, KA-Durlach
2008 Kunstprojekt  im Schlossgarten Ludwigsburg
2007  "Zeitgleich", BBK
2006 Kunst im Landgericht, Karlsruhe
2005 Masken, Museum für angewandte Kunst, Karlsruhe
2003 "Line", South Asia Institut, Colombo, Sri Lanka
2002 Herrmann Hesse Museum, Ausstellung Calw
2001 Orgelfabrik, KA-Durlach
1999 "Unterwegs", Bonn
1998 Galerie Art&Light, Karlsruhe

Die kleinen Schwarzen

Muriel Meyer, B.A. Kunsthistorikerin
maus

Die neusten Arbeiten führen die Malerei weiter in die Dreidimensionalität. In diesen kombiniert Schroer vorgefundene Formen aus alten Plastikverpackungen zu Assemblagen. Die Objekte sind vollständig in Schwarz grundiert, wobei der Pinselstrich erkennbar bleibt. Dadurch entsteht eine ästhetische Absetzung gegenüber der gewohnten glänzenden Oberfläche industriellen Verpackungsdesigns. Thematisch greift die Künstlerin den Minimal Art Gedanken auf, sich industrieller Materialen zu bedienen, serielle Zusammensetzungen zu nutzen und eine Einheit zu schaffen, die u. a. durch die neutrale, einheitliche Farbwahl gewährleistet wird. 

Ein Spiel der Gattungen lässt die kleinen Schwarzen besonders raffiniert scheinen: angebracht werden die Objekte wie Wandreliefe, die Zusammenstellung aus verschiedenen Teilen definiert die Arbeit als Assemblage, die Dreidimensionalität schließt die Skulptur als Überbezeichnung mit ein und die Verwendung vorgefundener Gegenstände aus unserer Konsumwelt führt den Gedanken des Ready-Mades weiter. In unserer Alltagskultur sind wir es gewohnt, Plastikhüllen zu übersehen, so werden sie doch wortwörtlich zum Hindurchsehen als Schutzhülle für die eigentliche Ware produziert. Nach dem Bonmot form follows function verrät bei einigen Einzelteilen die Form die ursprüngliche Funktion. Unschwer zu erkennen ist z. B. die Computermaus. Andere Formen wiederum verbergen geheimnisvoll ihren jetzt nicht mehr ersichtlichen Daseinsgrund. 

Schroer schult somit nicht nur die Augen des Betrachters, schafft neue Sinnebenen durch die Verwendung alltäglichen Formenvokabulars, sondern ihre Arbeiten können genauso als  Kommentar zu unserer Wegwerfgesellschaft gelesen werden. Aber, inwiefern kritisieren diese Arbeiten eigentlich? Persifliert sie nicht vielmehr die Minimal Art, indem sie leichte, handliche Objekte fürs Wohnzimmer gestaltet –  wir erinnern uns an die 60er Jahre, in denen sollten die Objekte dem Betrachter buchstäblich im Weg stehen. Doch erfreuen wir uns einfach an diesem neuen Anblick unseres täglichen Konsummülls – schlicht und klassisch – die kleinen Schwarzen


Dr Jutta Hietschold, Kunsthistorikerin:
Material und Form - und wenn Farbe hin und wieder auftaucht - sind Kompositionselement und Bedeutungsträger gleichermaßen. Das expessive Pathos zeigt eine eigene einprägsame Bildwelt.

Ulrike Lehmann, Kulturjournalistin:
Materialität und formale Reduzierungen geben dem Betrachter ein breites Spannungsfeld von Interpretationen, das über die reine Darstellung hinauszugehen vermag.